BYD verkauft seit Jahren gut – das ist nichts Neues. Was wirklich interessiert: Wechseln Bestandskunden beim nächsten Autokauf wieder zu BYD?
Laut Daten des China Automotive Technology and Research Center und von ICAR lag die Wiederkaufsrate von BYD von Januar bis Dezember 2025 bei 30,55 % – höher als bei Tesla. Auch bei den Strömen von Zweitkäufen (Aufrüstung/Umtausch) zu Elektroautos liegt BYD mit einer Erstwahlquote von 45 % vorne.
Diese Informationen sind für alle, die ein neues Elektroauto in Betracht ziehen, sehr nützlich. Aber ich sage gleich vorweg: Eine hohe Wiederkaufsrate bedeutet nicht, dass man mit jedem BYD-Modell zufrieden sein wird.
1. Bestandskunden kaufen wieder – das zeigt mehr als nur „günstig und beliebt“
Ein Autokauf ist wie Essen gehen. Ein neues Restaurant lockt mit Angebot, Preis, Warteschlange oder Empfehlungen. Aber ob man wiederkommt, hängt davon ab, ob es sich gelohnt hat. Bei Autos ist es ähnlich. Wer ein Auto bereits gefahren hat, weiß, wie es sich im Alltag schlägt: Bequemlichkeit, Service, Familienzufriedenheit, Ärgernisse. Wenn er dann dieselbe Marke wieder wählt, zeigt das eine echte Anerkennung.

BYDs Wiederkaufsrate von 30,55 % bedeutet: Bei etwa jedem dritten Verkauf handelt es sich um einen Bestandskunden. Das spricht für eine Kontinuität der Zufriedenheit mit Marke, Produkt und Service.
Aber Vorsicht: Eine hohe Wiederkaufsrate sagt nur, dass ein erheblicher Teil der Bestandskunden zurückkommt. Sie beantwortet nicht, ob ein bestimmtes Modell für Sie bequeme Sitze, genug Platz, ein intuitives Infotainmentsystem oder guten lokalen Service bietet. Am Ende kauft man nicht eine Marke, sondern ein konkretes Auto, das man täglich fährt.
2. Hohe Erstwahlquote beim Zweitkauf – Mundpropaganda wirkt
Eine noch interessantere Zahl: Bei Zweitkäufen von Elektroautos (Umstieg von Verbrenner oder Wechsel zu einem neuen E-Auto) liegt BYDs Erstwahlquote bei 45 %. Das zeigt, dass BYD für viele schon auf der Shortlist steht – nicht nur wegen Reichweite, Produktvielfalt und Marktpräsenz, sondern vor allem wegen Weiterempfehlungen.
Käufer sind heute schlauer. Sie nehmen Werbung mit Vorbehalt auf, vertrauen aber Freunden und Bekannten, die das Auto bereits besitzen. Wenn ein Auto im Alltag überzeugt, wird es weiterempfohlen – das schafft einen Schneeballeffekt. BYD profitiert hier von positiver Mundpropaganda.

Aber auch Mundpropaganda hat Grenzen: Was für den Freund gut ist, muss nicht zu Ihrer Familie, Ihrem Pendelweg, Ihrer Parksituation oder Ihren Lademöglichkeiten passen. Ihre Prioritäten (Alltagstauglichkeit vs. Fahrspaß, Stadt vs. Langstrecke, heimische Lademöglichkeit) sind wichtiger als das, was andere kaufen.
3. BYDs Stärke: Elektroautos für den Durchschnittsbürger
Das Beeindruckendste an BYD in den letzten Jahren ist nicht ein bestimmtes Modell, sondern dass es vielen Zögernden das Vertrauen gegeben hat, Elektroautos überhaupt in Betracht zu ziehen. Das ist entscheidend. Die größte Hürde für E-Autos war anfangs nicht die Technik, sondern das Vertrauen. Viele Familien wollen kein Risiko eingehen. Wenn eine Marke eine große Nutzerbasis hat, häufig auf der Straße zu sehen ist und ein dichtes Servicenetz bietet, sinkt die Kaufangst. BYD vermittelt ein Gefühl der Sicherheit.
Auch wenn viele Modelle, hohe Besucherzahlen in den Ausstellungsräumen und viel Diskussion diese Sicherheit verstärken – ich rate davon ab, dies als „egal welches Modell, es wird schon passen“ zu interpretieren. BYDs Produktpalette ist breit: Manche Modelle eignen sich besser für den Stadtverkehr, andere für Familien, wieder andere für junge Leute oder den praktischen Alltag. Wenn Sie nur wegen der Marke kaufen, ohne auf Größe, Ausstattung, Antriebsart und Nutzungsszenario zu achten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlentscheidung immer noch hoch.

4. Vorsicht: Die Wiederkaufsrate nicht als Abkürzung zum richtigen Kauf betrachten
Eine hohe Wiederkaufsrate ist ein Pluspunkt, aber keine Freikarte. Ich kenne Leute, die beim Autokauf zuerst auf den großen Trend schauen, aber später feststellen, dass der tägliche Weg zur Arbeit anstrengend ist, der Einstieg für ältere Angehörige unbequem, der Stauraum zu klein oder das Infotainment unübersichtlich. Vieles sieht online gut aus, aber erst im Alltag zeigen sich die Nachteile.
Mein Rat für alle, die einen Zweitkauf bei BYD erwägen: Stellen Sie die „Markenakzeptanz“ auf die erste Ebene, die „Modellpassung“ auf die zweite. Auf der ersten Ebene hat BYD Daten: 30,55 % Wiederkaufsrate und 45 % Erstwahlquote beim Zweitkauf von E-Autos zeigen, dass die Marke nicht nur auf Hype basiert. Auf der zweiten Ebene müssen Sie selbst prüfen: Passen die Sitze für Ihre Familie? Ist der Einstieg hinten bequem? Passt der Kofferraum für Ihre großen Gegenstände? Ist die Bedienung des Infotainments intuitiv? Gefällt Ihnen das Fahrgefühl bei der Probefahrt? Eine Marke kann helfen, das Risiko zu senken, aber die endgültige Entscheidung bleibt bei Ihnen.
5. Jetzt kaufen? Meine Empfehlung: Bedingt in Betracht ziehen
Wenn Sie über einen Zweitkauf (Aufrüstung oder Umtausch) zu einem E-Auto nachdenken, sollte BYD auf Ihrer Shortlist stehen.

Für wen geeignet?
- Für diejenigen, die vom Verbrenner auf E umsteigen wollen, ohne zu viel Risiko einzugehen.
- Für diejenigen, die Wert auf eine große Nutzerbasis legen und Freunde/Bekannte haben, die BYD fahren.
- Für BYD-Bestandskunden, die beim nächsten Auto die vertraute Bedienung und Logik beibehalten möchten.
Für wen weniger geeignet?
- Für diejenigen, die bei bestimmten Aspekten sehr wählerisch sind (Fahrgefühl, Sitzkomfort, Infotainment, Fahrerassistenz, Langstreckenladen) oder jedes Detail genau kalkulieren möchten – entscheiden Sie nicht allein aufgrund der Wiederkaufsrate. Konzentrieren Sie sich auf das konkrete Modell, machen Sie eine gründliche Probefahrt, am besten mit der Familie.
Meine Kaufempfehlung: Bedingte Berücksichtigung. Die Wiederkaufsrate und die Erstwahlquote von BYD zeigen, dass die Marke bei den Kunden etwas zählt. Aber Sie kaufen nicht für die Marke, sondern für Ihr eigenes Leben. Diese Daten können das Vertrauen in BYD erhöhen, aber die endgültige Entscheidung hängt davon ab, ob das konkrete Modell Ihr Geld für das ausgibt, was Sie wirklich brauchen. Wenn Sie bereits BYD-Fahrer im Bekanntenkreis haben, fragen Sie sie am besten drei Dinge: Wie lange fahren Sie das Auto? Was mögen Sie am meisten? Was stört Sie am meisten? Diese drei Antworten sind nützlicher als jede schöne Werbung.
Diskutieren Sie mit: Würden Sie beim Zweitkauf eines E-Autos BYD bevorzugen? Vertrauen Sie mehr auf Wiederkaufsraten oder auf die echten Erfahrungen von Fahrern?